Die Kastration – medizinisch Ovariohysterektomie – ist ein Routineeingriff bei weiblichen Katzen, der sie sterilisiert und weitere Kätzchen verhindert. Als erfahrene Tierärzte wissen wir: Dieser Schritt schützt vor schweren Erkrankungen und unerwünschtem Verhalten.
Die Vorteile sind vielfältig: Sie verhindert Gebärmutterentzündungen (Pyometra), senkt das Brustkrebsrisiko drastisch, wenn sie vor dem ersten Läufigkeitszyklus erfolgt, und mindert lästige Symptome wie lautes Miauen oder Fluchttrieb während der Brunst.
Im Folgenden erklären wir die gängigen Verfahren und was Sie nach der OP erwarten können – fundierte Infos aus unserer Praxis.
Verfahren der Katzenkastrierung
Es gibt zwei Hauptmethoden: Ovariohysterektomie und Ovariektomie.
Ovariohysterektomie
Der Standardeingriff entfernt Eierstöcke und Gebärmutter vollständig. Der Tierarzt setzt einen Bauchschnitt unter dem Bauch, entfernt die Haare rundherum, um Infektionen vorzubeugen, und extrahiert den gesamten Fortpflanzungstrakt inklusive Gebärmutterhörner. Nähte werden außen oder intradermal gelegt.
Ovariektomie
Hier werden nur die Eierstöcke entfernt – entweder bauchmittig oder seitlich (Flankenmethode). Weniger üblich, da die Gebärmutter bleibt und somit Gebärmutterkrebs möglich ist.
Laparoskopie
Beide Varianten können minimalinvasiv laparoskopisch erfolgen, mit einem Endoskop (Licht und Kamera). Speziell geschulte Tierärzte wenden diese fortschrittliche Technik an.
Nachsorge nach der Katzenkastrierung
Bei diesen Symptomen sofort zum Tierarzt oder Notdienst: Mögliche Komplikationen wie innere Blutungen oder Harnwegschäden.
- Unwilligkeit zu essen nach mehr als 12 Stunden
- Lethargie oder Schwäche
- Blasses Zahnfleisch
- Bauchschwellung
- Anomaler Atemrhythmus (zu hoch/niedrig)
- Mehrfaches Erbrechen/Durchfall
- Anstrengung beim Urinieren ohne Erfolg
- Kein Urin in 12–24 Stunden
Halten Sie sich strikt an die Anweisungen Ihres Tierarztes:
- Ruhe durchsetzen, z. B. in Kiste oder kleinem Raum – kein Springen, Laufen, Treppen
- Tägliche Kontrolle der Naht
- E-Kragen verhindert Lecken
Der Kragen ist bis zur Nachsichtung essenziell, auch wenn er unbeliebt ist. In den ersten 12–24 Stunden nie allein lassen – überwachen Sie Blutungen und Urinieren. Danach bei Wohlbefinden und Kragen ok in begrenztem Raum.
Nahtschutz: Infektionen und Aufreißen vermeiden
Bei diesen Anzeichen sofort melden: Notfall droht.
- Rötung
- Blutergüsse
- Schwellung
- Foulgeruch
- Ausfluss
- Nahtöffnung
Leichter blutiger Ausfluss und minimale Rötung sind 24 Stunden normal. Medikamente exakt dosieren. Naht hält 10–14 Tage, Heilungsdauer.
Kein Lecken!
Lecken führt zu Infektionen und Nahtverlust. E-Kragen oder Bodysuit obligatorisch.
Keine Action!
Hohe Aktivität (Springen, Rennen, Spielen) reißt Nähte. Nur ruhige Bewegungen 10–14 Tage.
Schmerzmanagement
Entzündungsschmerzen halten 5–7 Tage. Katzen zeigen Schmerzen subtil – Ihr Tierarzt gibt geeignete Mittel. Niemals absetzen ohne Rücksprache, da Komplikationen drohen. Keine Humanmedikamente! Giftig für Katzen.
Antibiotika selten nötig (steriler Eingriff), aber bei Risikofaktoren (Blutung, Alter, Läufigkeit) verschrieben. Vollständig durchziehen gegen Resistenzen.
Katzentoilette post-OP
Kein Urinieren in 24 Stunden = Notfall!
Überwachen Sie Stuhl und Urin genau. Harntrauma möglich. Nach 24 Stunden normaler Urin ok. Anästhesie kann Stuhl beeinflussen – Durchfall >24 h oder Verstopfung >2 Tage: Tierarzt. Keine OTC-Mittel!
Ernährung nach OP
Appetit kehrt in 12–24 Stunden zurück. Füttern per Anweisung. Bei Ausbleiben: Tierarzt kontaktieren (Medikamente als Ursache möglich).