Katzen verbringen den Großteil des Tages schlafend, wobei ihre Augen dann natürlich geschlossen sind. Doch was geschieht, wenn sie wach sind? Blinzeln Katzen wie wir Menschen? Wie erkennen Sie, ob es ein normales Blinzeln, ein Zusammenkneifen der Augen oder ein Fremdkörper ist? Und signalisiert das Blinzeln Ihrer Katze etwas Besonderes oder sogar Kommunikation?
Blinzeln Katzen, um die Augen zu reinigen?
Katzen blinzeln tatsächlich ähnlich wie Menschen, wenngleich ihre Augenlidbewegungen und die zugrunde liegende Biologie deutlich anders sind. Dies basiert auf langjährigen Beobachtungen von Tierärzten und Verhaltensforschern.
Sie besitzen obere und untere Augenlider, die die Augen schützen. Beim Blinzeln bewegen sich beide Lieder aufeinander zu, schließen sich jedoch selten vollständig. Oft wirkt es stattdessen wie ein Zusammenkneifen.
Zusätzlich verfügen Katzen über ein drittes Augenlid, die sogenannte Nickhaut. Diese rosa Membran sitzt im inneren Augenwinkel und produziert über spezielle Drüsen Tränenflüssigkeit. Sie ist extrem dünn und bewegt sich blitzschnell.
Beim Blinzeln schiebt sich die Nickhaut diagonal über das Auge, während Ober- und Unterlid teilweise schließen. Diese Bewegung ist meist nicht sichtbar und lässt die Augen eher zusammengekniffen erscheinen.
Die drei Lieder arbeiten synergistisch zum Schutz, erfüllen aber nicht denselben Zweck wie beim Menschen. Wir blinzeln, um Tränen zu verteilen und Schmutz zu entfernen. Bei Katzen verdunsten Tränen nach der Partikelentfernung – so profitieren sie vom Blinzeln, ohne die Augen komplett zu schließen.
Blinzeln Katzen zum Schutz der Augen?
Die Nickhaut kann sich auch nach oben ziehen, um den Augapfel vor Verletzungen zu bewahren – etwa beim Jagen durch hohes Gras oder bei der Beutegreifung, um Hornhautkratzer zu vermeiden.
Forscher vermuten, dass die dünne Membran das Sehen erlaubt und so einen Jagdvorteil bietet.
Was bedeutet langsames Blinzeln oder Zwinkern Ihrer Katze?
Katzen kommunizieren über Augen, Körpersprache und Mimik – von Zuneigung bis Aggression.
Langsames Blinzeln beschreibt das Halb-Schließen der Lider mit langsamer Wiederöffnung, oft mit verengten Pupillen. Studien, wie eine von der University of Sussex, zeigen: Katzen reagieren häufiger mit Annäherung auf langsames Blinzeln von Menschen als auf neutrale Mienen.
Auge schließen gegenüber Artgenossen oder Menschen signalisiert Vertrauen. Ihre Katze fühlt sich sicher und zufrieden. Erwidere es, indem Sie langsam blinzeln – das stärkt die Bindung.
Oft gepaart mit Bauch zeigen oder Schnurren unterstreicht es Wohlbefinden. Wählen Sie als "Auserwählter" eine lebenslange Verbindung.
Bedrohte oder dominante Katzen starren intensiv, um Unterworfene zu vertreiben.
Pathologische Ursachen für häufiges Blinzeln
Vermehrtes Blinzeln oder Schielen kann medizinische Probleme andeuten, wie Entzündungen durch Schmerz. Begleitet von Ausfluss oder Tränen.
Erhöhtes drittes Lid tritt bei Schmerzen, trockenem Auge, Wucherungen oder Viren auf; das Auge zieht sich zurück.
Mögliche Erkrankungen:
- Hornhautgeschwür
- Schnittwunden
- Uveitis
- Glaukom
- Fremdkörper im Auge
- Wucherungen/abnormales Wimpernwachstum
- Gesichtsnervenlähmung (führt zu Blinzelunfähigkeit, Trockenheit, Infektionen)
Konsultieren Sie bei diesen Symptomen Ihren Tierarzt für Diagnose und Therapie:
- Unfähigkeit zu blinzeln
- Häufiges/haltendes Schließen der Augen
- Erhöhte Tränen/Tränenflecken
- Grün/gelber/blutiger Ausfluss
- Kratzen, Rötung/Trübung
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