Von Monica Weymouth
Ein Kätzchen einem Menschen vorstellen? Kinderspiel: Adoptieren, präsentieren – und zusehen, wie sich der Mensch rettungslos verliebt. Doch ein Kätzchen einer etablierten Katze vorzustellen, ist eine echte Herausforderung. Katzen sind territorial und teilen ihren Platz selten großzügig. Besonders ältere Katzen können durch ein verspieltes Kätzchen aus dem Gleichgewicht geraten.
„Katzen sind Solitäre, keine Rudeltiere“, erklärt Dr. Liz Bales, Katzen-Tierärztin aus Philadelphia. „In der Wildnis leben sie in verwandten Gruppen, doch sie sind nicht darauf vorbereitet, Fremde in ihr Revier zu lassen.“
Folgen Sie diesen bewährten Tipps von Expertinnen, um Ihr Kätzchen schonend Ihrer älteren Katze vorzustellen und Konflikte zu vermeiden.
Passen Sie die Persönlichkeit des Kätzchens an Ihre ältere Katze an
Viele Katzenbesitzer hoffen, ein Kätzchen würde der Seniorin guttun. Doch ältere Katzen genießen oft ihre Ruhephase allein. „Überlegen Sie genau, ob ein Jungtier passt“, rät Dr. Bales. Einführungen scheitern in 50 % der Fälle. Viele Senioren leiden unter Arthritis und möchten in ihrem Tempo leben.
Wählen Sie ein ruhiges Kätzchen aus dem Wurf. „Wildlinge sind Energiebündel, die Ältere überfordern“, warnt Dr. Jennifer Fry, Tierärztin aus Pennsylvania mit acht eigenen Katzen. Das Kätzchen will toben, die Seniorin die Sonne genießen.
Ideal: Wurfgeschwister adoptieren. Sie wachsen als Spielkameraden auf und altern als Gefährten.
Richten Sie Ihr Zuhause vorab ein
Verdoppeln Sie Ressourcen: Dr. Fry empfiehlt zwei Extra-Katzentoiletten (Regel: Eine mehr als Katzen), zusätzliche Kratzbäume, Betten, Spielzeug und separate Futterstellen.
Vertikaler Raum ist essenziell: „Katzen beobachten von oben“, sagt Dr. Fry. Bieten Sie Regale, Fensterperchs – und niedrige Plätze für die Ältere. Richten Sie dem Kätzchen ein Zimmer mit allem Nötigen ein (Futter, Streu, Spielzeug, Kratzbaum).
Erste Woche: Langsam angehen
Geduld ist Schlüssel. Bringen Sie das Kätzchen direkt ins Zimmer, Tür zu. Lassen Sie sie sich durch die Tür beschnuppern. Tauschen Sie Decken aus, um Gerüche auszutauschen. Spielen Sie viel mit beiden – in ihren Räumen. Dauer: Ca. eine Woche.
Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über Beruhiger: Leckereien oder Feliway-Multicat-Diffusoren helfen bei der Umgewöhnung.
Zweite Woche: Kontrollierte Treffen
Befestigen Sie ein Babygitter. Lassen Sie sie 15 Minuten beaufsichtigt interagieren. Keine Aggression? Erhöhen Sie die Zeit schrittweise. Stress? Zurück zum Gitter.
Halten Sie Pappe bereit, um Streits zu trennen – nie mit Händen, da Bisse gefährlich sind.
Geduld zahlt sich aus: „Nehmen Sie sich Zeit für den besten Erfolg“, betont Dr. Bales.