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Lockdown in Indien: Streunende Indie-Hunde werden zu treuen Begleitern

Lockdown in Indien: Streunende Indie-Hunde werden zu treuen BegleiternDiana, eine verlassene Mudhol Hound in miserablem Zustand, wurde im April von David Pillay, einem Geschäftsmann aus Pune, adoptiert. Seit Lockdownbeginn, getrennt von seiner Familie, sehnte sich David nach einem Begleiter. Er fütterte Hunde regelmäßig – auch in der Sperrzeit. „Ich wollte immer einen Hund, der Lockdown verstärkte diesen Wunsch. Über einen Social-Media-Post eines Freundes entdeckte ich Diana: traurig, ängstlich, ungesund. Ihr Blick rührte mich, ich holte sie nach Hause“, erzählt David.

Wie David handelten viele im Land: Chennais Blue Cross of India vermittelte 68 Welpen in der ersten Augusthälfte, Mumbais Anubis-Tiger-Stiftung 65 im März. Kapil Patwardhan aus Pune half 55 Streunern zu einem Zuhause.

„Der Lockdown zeigte vielen, wie wichtig ein Begleiter ist. Hunde sind die besten Freunde des Menschen“, sagt Kapil, der doppelt so viele Anfragen erhielt. Er betont das wachsende Bewusstsein für illegale Zucht: „Viele wissen nicht, wie Adoption funktioniert – fehlende Behördenhilfe und Tierheime bremsen. Doch Einsamkeit trieb zur Recherche, Adoptionszahlen stiegen.“

Die beliebteste Indie-Rasse
Indische Pariah-Hunde (Desi-Hunde) dominieren die Straßen. Mumbai-Pädagogin Vinaya Patil adoptierte den gemischten Pariah Murphy mit 40 Tagen von der Straße, als seine Mutter starb. „Ich hatte schon ein Indie-Tier, Murphy wurde mein Lockdown-Kumpel.“

Im Gegensatz dazu eignen sich Jagdhunde wie Mudhol Hound oder Padikona selten als Haustiere. „Sie brauchen viel Platz, spezielle Ernährung und intensive Bewegung“, erklärt Tieraktivistin Tina Malkani Gholap aus Pune.

Warum Indie-Hunde Herzen erobern
„Indie-Hunde passen perfekt zu Indiens Klima und Geografie. Sie sind pflegeleicht, robust, immunstark und ernähren sich einfach“, sagt Vinaya. Kapil ergänzt: „Ihre Straßenvergangenheit macht sie widerstandsfähig. Weniger Tierarztbesuche dank Anpassung an Klima und indische Kost. Alle Hunde sind gleich liebenswert, aber Indies sind unkompliziert.“

Jugendliche gegen illegale Zucht
Sheila R. aus Rajasthan: „Junge Leute erkennen illegale Zucht. Sie füttern Streuner, adoptieren und geben zurück – während sie Trost in der Krise finden.“

Adoption bremst illegale Zucht
„Beim Kauf fördern wir Grausamkeiten: Lizenzlose Züchter nutzen Fixierständer, inzüchten, entreißen Welpen früh der Mutter, setzen alte Hündinnen aus“, warnt Tina. Adoption schützt vor diesem Leid.