Am 1. Mai 2018 von Dr. Katie Grzyb, DVM, auf Richtigkeit überprüft
Sie streicheln Ihre Katze zärtlich, doch plötzlich knabbert sie an Ihrer Hand. Viele Katzenbesitzerinnen und -besitzer fragen sich: „Warum beißt mich meine Katze?“ Diese sogenannten Liebesbisse verursachen meist keine Verletzungen, treten aber abrupt auf und lassen Sie rätseln, was die Verhaltensänderung ausgelöst hat.
„Das Beißen des Besitzers beim Streicheln ist eines der häufigsten Verhaltensprobleme bei Katzen“, erklärt Dr. Kelly Ballantyne, staatlich geprüfte Verhaltenstierärztin am College of Veterinary Medicine der University of Illinois, Chicago.
Tierärzt:innen beleuchten, was Katzen-Liebesbisse sind, warum sie auftreten und wie Sie als Haustierbesitzer:in optimal reagieren können, wenn Ihr pelziges Familienmitglied zum Beißen neigt.
Was Katzen-Liebesbisse sind – und was nicht
Verwechseln Sie Katzen-Liebesbisse – auch als streichelinduzierte Aggression bekannt – nicht mit aggressivem Beißen aus Angst, Territorialverhalten oder Abwehr.
Liebesbisse verletzen die Haut normalerweise nicht. „Es beginnt mit Lecken, das Pflegeverhalten intensiviert sich, und Sie spüren leichte Zähne“, beschreibt Dr. Wailani Sung, Tierärztin bei der San Francisco SPCA.
Ein klares Zeichen: Aggressionssignale wie Zischen, Knurren oder Krallen fehlen meist, sagt Dr. Liz Stelow, Leiterin des klinischen Verhaltensdiensts am Veterinärmedizinischen Lehrkrankenhaus der University of California, Davis.
„Die Körpersprache der Katze wirkt entspannt, kann aber kurz vor dem Biss leicht angespannt sein“, ergänzt Dr. Stelow.
Warum beißt Ihre Katze beim Streicheln?
Es gibt wenig Forschung zu Liebesbissen; vieles basiert auf Beobachtungen, betont Dr. Stelow.
Der Begriff „Liebesbiss“ täuscht: „Es ist kein Zuneigungsbeweis, sondern ein Signal, dass die Katze mit der Interaktion fertig ist. Wird das Streicheln ignoriert, eskaliert es zum Biss“, erklärt Dr. Ballantyne. Oft liegt Reizüberflutung vor.
Manchmal ist es unbeabsichtigtes Pflegeverhalten: „Die Katze leckt eine Weile, dann kaut sie mit Schneidezähnen weiter – möglicherweise an Ihnen, Ihrer Hand oder Ihrem Gesicht“, sagt Dr. Sung.
Nicht alle Katzen mögen Streicheln. „Manche ruhen gerne auf dem Schoß, ertragen Berührungen aber nicht. Oder Sie streicheln sensible Stellen wie Bauch oder Schwanz“, warnt Dr. Ballantyne.
So reagieren Sie richtig auf Liebesbisse
Studieren Sie die Körpersprache Ihrer Katze – das ist der Schlüssel. „Beobachten Sie Unbehagen wie seitlich geneigte Ohren oder zuckenden Schwanz und hören Sie sofort auf“, rät Dr. Ballantyne.
Notieren Sie, ob Beißen bei mehr oder weniger Streicheln auftritt, empfiehlt Dr. Terri Bright, Direktorin der Verhaltensdienste bei MSPCA-Angell in Boston. „Hören Sie vor dem Biss auf, z. B. nach vier statt fünf Streicheleinheiten. Trainieren Sie ‚Fertig!‘ mit einem Spielzeug als Belohnung.“
Halten Sie Sessions kurz mit Pausen, laden Sie zur Interaktion ein und streicheln Sie Vorlieben wie Ohren oder Kinn – meiden Sie Bauch und Schwanz, rät Dr. Ballantyne.
Reagieren Sie nie negativ: „Kein Schütteln, Schimpfen oder Erschrecken – das provoziert echte Aggression“, warnt Dr. Bright.
Bei Hautverletzung: Wunde gründlich waschen, auf Schwellung, Schmerz oder Rötung achten. Bei Anzeichen Arzt aufsuchen.
Liebesbisse sind normal, lassen sich aber managen: Durch Beobachtung, Umlenkung und Respekt vor der Kontaktgrenze.
Von: Paula Fitzsimmons