Die Förderung von Bürgersinn in der Öffentlichkeit ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Kommunalpolitiker betonen, dass höhere Bußgelder ein erster Schritt sein könnten, um Haustierbesitzer zu disziplinieren.Für die städtischen Behörden in Delhi ist es eine echte Herausforderung, die Straßen von Hundekot zu befreien und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. In einer Stadt mit unzähligen streunenden Hunden ist es oft unmöglich, das betreffende Tier und seinen Besitzer zu identifizieren. Zudem schrecken die aktuellen Bußgelder – selbst nach einem geplanten Anstieg – hartnäckige Hundebesitzer nicht ab.
Die kommunalen Körperschaften haben erneut Vorschläge für Strafen gegen Straßenverschmutzung durch Hunde eingebracht. Die Regierung von Delhi fordert jedoch eine Anpassung an die Abfallregeln von 2016. Derzeit liegen die Bußgelder bei 50 bis 500 Rupien. Die Behörden wollen diese verzehnfachen, was jedoch immer noch unter den internationalen Standards liegt: In New York bis zu 113 Dollar (ca. 7.500 Rupien), in Paris 600 Dollar (ca. 44.700 Rupien) inklusive Reinigungstagen, in Madrid 1.500 Euro und in London bis zu 1.000 Pfund (ca. 86.000 Rupien). Einige Städte setzen sogar auf DNA-Tests zur Identifizierung von Hunden und Besitzern.
Die South Delhi Municipal Corporation (SDMC) hat kürzlich die erste Hundezählung seit 2008 gestartet. „Wir wollen aktuelle Daten zu streunenden und sterilisierten Hunden in unseren Bezirken sammeln“, erklärt RBS Tyagi, Direktor der Veterinärdienste bei der SDMC. „Um das Hundeproblem zu lösen, müssen wir zunächst die Population – streunend und Haustiere – genau schätzen.“
Tyagi hebt hervor, dass die SDMC nun einen Online-Registrierungsservice für Haustiere anbietet, um Besitzer zu erfassen und Zertifikate auszustellen. Dennoch reicht das allein nicht aus. „Wir brauchen mehr Bürgersinn: Besitzer sollten Abfallsäcke mitführen, um die Stadt sauber zu halten“, betont er.
Das Animal Welfare Board of India riet bereits 2015 Haustierbesitzern, hinter ihren Tieren aufzuräumen oder mit Kolonien gemeinsam Entsorgungslösungen zu entwickeln.
Die hohe Zahl streunender Hunde erschwert die Zuordnung von Verantwortung. „Man kann selten sagen, wem der Kot gehört“, sagt Ankita Singh aus Malviya Nagar, Besitzerin zweier Hunde. Sie plädiert für verantwortungsvolles Verhalten aus innerem Antrieb statt Angst vor Strafen.