In den letzten zwei Wochen haben Hunde in Tamil Nadu durch tragische Vorfälle wiederholt Schlagzeilen gemacht. Vor zwei Wochen wurde ein 56-jähriger Mann auf seiner Farm in Vellore von seinen beiden Rottweilern getötet, als er sie füttern wollte. Im Juni warfen zwei Medizinstudenten in Chennai einen streunenden Hund von einer Terrasse – ein Video davon ging viral und löste landesweite Empörung aus. Tierschützer sehen hierin einen klaren Appell für soziale Interventionen und bessere Regulierungen im Hundebesitz. „Obwohl die genauen Umstände in Vellore unklar sind, fehlt es an Transparenz zur Haltung und Behandlung der Tiere. Entscheidend ist die Einführung des neuen Tierschutzgesetzes mit harten Strafen für grausame Besitzer: lebenslanges Besitzverbot und Bußgelder bis zu 10.000 Rupien“, erklärt Chinny Krishna, stellvertretender Vorsitzender des Animal Welfare Board of India (AWBI). „Der Gesetzentwurf verbietet Gewohnheitstätern künftig jeglichen Tierbesitz“, ergänzt Anjali Sharma, Rechtssprecherin des AWBI.
In Ländern wie Großbritannien, USA, Kanada, Europa und Australien gelten rassenspezifische Verbote und Maulkorbpflichten für potenziell gefährliche Hunde. Sozialdienste überwachen Besitzer und Erziehungsmethoden engmaschig. Eine asoziale, aggressive Hundeerziehung würde dort zu sofortigen Eingriffen führen – im Gegensatz zu Indien. Rassen wie Doggen und Rottweiler erfordern erfahrene, konsequente Besitzer.
Selbst disziplinierte Arbeitshunde wie Deutsche Schäferhunde, Dobermänner oder Labrador Retriever haben bei Provokationen Verletzungen und Todesfälle verursacht. „Labradore und Golden Retriever gelten als ausgeglichen und familienfreundlich – im Unterschied zu energiegeladenen Rassen wie Zwergspitz. Wachhunde wie Rottweiler oder Dobermänner eignen sich nicht als Therapiehunde für Kinder, dafür eher Border Collies oder Retriever. Aggressionsneigende Hunde brauchen reife Führer, sonst gerät ihre Intelligenz und Energie außer Kontrolle“, betont Krishna vom AWBI.
Bei aggressiven Haustieren fordern Aktivisten härtere Gesetze und mehr Prävention. „Im Vellore-Fall wurde der Hund wohl in einem Schuppen gehalten – Berichte schwanken. In Indien ketten wir Hunde noch stundenlang an, was traumatisch wirkt und Aggressionen fördert, wie bei einer Einzelhaft“, warnt Tierschützer Theodore Bhaskaran.
Rassenspezifische Verbote sind schwierig, doch das neue Tierschutzgesetz kann unverantwortliche Zucht und Welpenmühlen eindämmen. „Der Kennel Club of India (KCI) bietet Workshops zu einheimischen Rassen – mehr solcher Programme sind essenziell“, fordert Bhaskaran.