Auf den ersten Blick wirkt Snuffy wie ein typischer Schoßhund – liebenswert, freundlich und voller Enthusiasmus. Doch dieser dreijährige Labrador erfüllt eine besondere Mission: Als "professioneller Kuscheler" unterstützt er Menschen mit psychischen Belastungen durch Kuscheln und Spieltermine. Der Aufstieg der Kuschelhunde
In der Pandemie sind Hunde und Katzen zu unverzichtbaren Bezugspersonen avanciert, besonders für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Problemen. Tiertrainer Dr. Tanuj Saxena betont: „Die Welt hat ihre Welpen und Kätzchen noch nie so sehr gebraucht wie jetzt. Kuscheln verändert alles. Sie bringen Glück, füllen die Leere der Einsamkeit und dämpfen Stress.“
Die wachsende Nachfrage nach Therapiehunden hat viele Tierbesitzer motiviert, ihre Haustiere entsprechend auszubilden. Govind und Alisha Verma aus Mumbai, Banker von Profession, sind stolze Eltern der Indie-Hunde Mowgli und Rani. „Wir haben einen Trainer engagiert, um unsere Hunde für Menschen in Not vorzubereiten. Er kommt wöchentlich, und Mowgli sowie Rani besuchen Nachbarn zum Kuscheln. Die Hunde genießen die extra Portion Liebe.“
Was macht einen Kuschelhund aus?
Psychologin und Therapeutin Dr. Deblina Gangully erklärt den Unterschied: Therapiehunde sind zertifiziert für umfassende Betreuung bei körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen, während Kuschelhunde eine grundlegende Ausbildung erhalten. „Die Nachfrage nach Kuschelhunden ist in der Pandemie explodiert, da viele sich einsam, isoliert, ängstlich oder depressiv fühlen“, sagt Dr. Gangully.
Tiertrainerin Usha Nambiar ergänzt: „Wir starten früh mit der Ausbildung. Welpen lernen schnell. Wir gewöhnen sie an Berührungen und Umarmungen, die sie eh lieben. Rassen wie Labrador, Golden Retriever oder Indie-Hunde eignen sich hervorragend als Kuschel- und Therapiehunde.“
Kuschelhunde werden meist für ein bis zwei Stunden gemietet. „Sie sind trainiert, stundenlang zu kuscheln, zu spielen, sich küssen zu lassen und Liebe aufzunehmen“, erklärt Tiertrainerin und Psychologin Dr. Avantika Gaur. „Sitzungen kosten 200 bis 500 Euro pro Stunde – manchmal auch gratis.“
Vorteile des Kuschelns mit Haustieren
Dr. Deblina Gangully fasst zusammen: „Kuscheln und Streicheln senkt den Cortisolspiegel, der Stress verursacht. Mindestens 15 Minuten körperliche Nähe steigert Oxytocin, das beim Stressabbau hilft. Endorphine fördern Glück und Zufriedenheit. Haustiere sind natürliche Heiler – besonders in der Pandemie.“
Tierverhaltensforscher Dr. Rajesh Mishra bestätigt: „Kuscheln mit Haustieren senkt den Blutdruck und entspannt den Körper. Therapiehunde werden in Krankenhäusern eingesetzt, da sie Schmerzen lindern. Schon 30 Minuten wöchentlicher Kontakt reduzieren Schmerzen – durch pure Freude an den nassen Küssen!“