Während der Pandemie haben viele Haustiere durch Homeoffice ihre Besitzer rund um die Uhr um sich gehabt. Experten berichten von zunehmender Trennungsangst bei Tieren, wenn sie nun allein bleiben müssen. Mit sinkenden COVID-19-Fallzahlen und der Rückkehr in die Büros ringen Tierbesitzer um Lösungen – wie zuverlässige Haustierbetreuung. Was ist Haustierbetreuung?
Haustierbetreuung bedeutet, sich vorübergehend um das Haustier eines anderen zu kümmern. Sie findet meist im Zuhause des Tierbesitzers statt, kann aber auch beim Betreuer erfolgen. Der Tiersitter füttert pünktlich, geht spazieren, spielt mit dem Tier und bietet oft sogar Grundausbildung an.
Zuverlässige Tiersitter finden erfordert Zeit und Recherche Viele Tiereltern sorgen sich um die richtige Betreuung. Nehmen Sie Kcamya Aggarwal aus Mumbai und ihren Malteser-Mischling Snoopy. Sie arbeitet meist im Homeoffice, doch bei Ausnahmen wird es schwierig: „Snoopy leidet stark unter Trennungsangst und folgt mir sogar in andere Räume. Training hilft, ist aber langwierig“, erklärt sie. Für längere Abwesenheiten bucht sie Tiersitter – nach monatelanger Suche: „Es dauerte 2–3 Monate, bis ich gute Betreuer fand.“ In manchen Regionen greifen Besitzer noch auf Familie oder Haushaltshilfen zurück.
Haustierbetreuung statt Zwinger oder Pension
Ajay Patel aus Pune betreibt seit Jahren einen Haustierbetreuungsservice mit Übernacht- oder Mehrtagsservice. „Die Nachfrage explodiert – Termine müssen im Voraus gebucht werden. Pandemie-Haustiere haben oft Sozialisationdefizite, Aggressionen oder Trennungsangst, weshalb Zwinge problematisch sind“, sagt er.
Visual Merchandiser und Tiersitter Pekhom Mukherjee aus Faridabad ergänzt: „Schlechte Erfahrungen in Hundepensionen haben mich zum Start meines Services motiviert. Ich hole die Tiere ab oder die Besitzer bringen sie – für Stunden (z. B. 17–21 Uhr) oder Tage.“
Preise variieren regional
In Pune kosten Services 500–1.000 Rs, in Mumbai 300 Rs pro Stunde (eine Agentur), andere 750–850 Rs plus 300 Rs extra. Anand Vishwanath, Gründer eines Bengaluru-Haustierdienstes, nennt für Hunde 250–500 Rs/Stunde, Katzen 250 Rs – je nach Rasse. „Anfragen stiegen von 2–3 auf 25 monatlich“, berichtet er.
Studenten als gefragte Tiersitter
Vishwanath bietet Zertifikatskurse in Haustierbetreuung, -führung und -training an. „95 % der Teilnehmer sind 20–30-jährige Studenten oder Young Professionals – tierbegeisterte Nebenverdiener.“
Mahesh Ramesh Talmale aus Pune bereitet sich auf öffentliche Prüfungen vor und betreut seit Mai Tiere: „Hohe Nachfrage, ich bin durchgebucht – von Stunden bis Monaten. Aktuell sorge ich für sechs Katzen. So verdiene ich neben dem Lernen mit Tieren.“ Er fügt hinzu: „Tiere brauchen Fütterung und Spiel alle paar Stunden. Wir folgen strengen Anweisungen von Agentur und Besitzern.“
– Beitrag von Farzana Patowari