Die spanische Polizei hat mehr als 1.000 ausgestopfte Tiere beschlagnahmt – eine Privatsammlung im Wert von rund 32 Millionen US-Dollar. Als eine der größten illegalen Wildtierrazzien in Europa gilt diese Aktion der Zivilgarde. Fast die Hälfte der Exemplare umfasst gefährdete oder bereits ausgestorbene Arten.
Gemäß einer offiziellen Erklärung vom 10. April sicherten Beamte die Sammlung in einem riesigen Lagerhaus in Bétera bei Valencia in Ostspanien.
Insgesamt wurden 1.090 Tierpräparate geborgen, darunter komplette Elefanten, Breitmaulnashörner, Geparden, Leoparden, Löwen, Krokodile, Tiger und ein Eisbär sowie 198 Elefantenstoßzähne. Wie ein Video von ABC News zeigt, fanden die Ermittler zudem Hocker aus Elefantenfüßen und Stühle mit Krokodillederbezug.
405 Exemplare stammen aus Arten, deren Handel nach dem CITES-Übereinkommen (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) streng verboten ist. Die Sammlung enthielt auch einen Krummsäbel-Oryx, der 2000 für ausgestorben erklärt wurde, und eine Addax-Antilope, die in der Wildnis praktisch erloschen ist.
Der Schwarzmarktwert der Sammlung beläuft sich auf etwa 31,6 Millionen Dollar (29 Millionen Euro).
Das Innere der 50.000 Quadratmeter großen Halle ähnelte einem Naturkundemuseum: Wände mit bemalten Lebensräumen, Tiere in Glasvitrinen, ergänzt durch einfache Wohnräume und zwei Boote.
Der Eigentümer steht seit November 2021 im Fokus einer internationalen Ermittlung wegen Wildtierschmuggels, wurde aber nicht festgenommen. Die Untersuchungen laufen weiter.