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Seltener weißer Buckelwal vor australischer Küste: Tobt mit Delfinen – Verwandter des berühmten Migaloo?

Seltener weißer Buckelwal vor australischer Küste: Tobt mit Delfinen – Verwandter des berühmten Migaloo?

Laut Luftbildaufnahmen wurde ein extrem seltener weißer Buckelwal etwa 500 Meter vor der Küste von Fingal Head in New South Wales, Australien, gesichtet – mitten im fröhlichen Spiel mit einer Gruppe Delfine. Experten vermuten eine Verbindung zum legendären Albino-Wal Migaloo.

Der außergewöhnliche Wal wurde am 21. April von dem 16-jährigen Surfer Brayden Blake entdeckt. Beim Surfen fiel Blake vom Brett und hörte unter Wasser das charakteristische Lied des Buckelwals (Megaptera novaeangliae). Zurück am Strand holte er eine Drohne mit Kamera und filmte den weißen Giganten bei seinem Spiel mit den Delfinen.

„Ich habe schon öfter normale Buckelwale gesehen, aber dieser war völlig anders“, erzählte Blake The Guardian. „Jedes Mal, wenn er auftauchte, war er weiß – nicht schwarz oder dunkelgrau wie üblich.“ Nach rund 20 Minuten tauchte der Wal ab. „Eine einmalige Erfahrung“, betonte Blake.

Dieser weiße Buckelwal erinnert stark an Migaloo, den berühmten Albino-Buckelwal, der 1991 vor Queensland erstmals gesichtet wurde. („Migaloo“ bedeutet „weißer Kerl“ in der Sprache der örtlichen Aborigines.) Der Neuankömmling ist jedoch kleiner und hat graue Flecken, im Gegensatz zu Migaloos makelloser Weiße. Wally Franklin, Meeresökologe an der Southern Cross University und Migaloo-Experte seit 1991, sagte zu Nine News: „Das ist das erste Mal, dass ich sicher sagen kann: Das ist ein anderer weißer Wal als Migaloo. Unglaublich selten!“

Die Sichtung weckt Spekulationen: Könnte es Migaloos Sohn sein? Diese Buckelwal-Population migriert von Mai bis November durch australische Gewässer und kehrt dann in die Antarktis zurück, um Krill zu fressen. Jüngere Männchen starten oft früh in der Saison – wie dieser April-Sichtung passt. „Der Zeitpunkt deutet auf einen jungen Wal hin“, erklärt Franklin. Genetische Merkmale wie die weiße Färbung sind erblich, und Flossen- oder Schwanzvergleiche könnten Verwandtschaft klären.

Seltener weißer Buckelwal vor australischer Küste: Tobt mit Delfinen – Verwandter des berühmten Migaloo?

Nicht alle Experten sind überzeugt. Vanessa Pirotta von der Macquarie University, Spezialistin für Wale, zweifelt an einer Verwandtschaft wegen der fleckigen Färbung: „Kein reiner Albino“, sagte sie zu The Guardian.

Weiße Färbung entsteht durch Albinismus (kein Melanin, oft rote Augen) oder Leuzismus (reduzierte Pigmentproduktion). Migaloo ist Albino, der Neue wahrscheinlich Leuzist. Beide Zustände sind bei Buckelwalen extrem selten – weniger als 1 zu 10.000, schätzt Erich Hoyt von Whale and Dolphin Conservation. Wale leiden selten darunter, da sie akustisch jagen und wenige Feinde haben.

Albinismus ist rezessiv und erblich. Ob Leuzismus ähnlich vererbt wird, ist unklar. Selbst bei zufälliger Weitergabe wäre es rar. Mit über 40.000 Buckelwalen in Australien ist Verwandtschaft schwer nachzuweisen. Nur eine genetische Probe (z. B. Haut oder Kot) könnte Klarheit schaffen – wie 2004 bei Migaloo, berichtet die Pacific Whale Foundation. Vorerst bleibt das Rätsel ungelöst.