Am 30. Juli 2018 von Katie Grzyb, DVM, geprüft und aktualisiert.
Katzen gelten als Inbegriff von Anmut, Beweglichkeit und Athletik. Doch eines fällt vielen schwer: Nach dem Hochklettern sicher wieder herunterzukommen.
Warum haben Katzen so große Mühe, aus Bäumen wieder abzusteigen?
Warum klettern Katzen überhaupt auf Bäume?
Katenna Jones, zertifizierte Tierverhaltensforscherin, Katzenverhaltensberaterin und Inhaberin von Jones Animal Behavior in Warwick, Rhode Island, erklärt: Katzen sind faszinierend, da sie Raubtiere für kleine Beute sind, aber selbst Beute größerer Tiere. „Sie zeigen Verhaltensweisen beider Enden des Raubtier-Beutespektrums. Als Jäger treiben sie Beute hoch in Bäume, ohne die Gefahr zu bedenken. Bei Bedrohung flüchten sie in die Höhe, wo Bäume Sicherheit und Überblick bieten“, sagt Jones.
Trotzdem: Manchmal klettern Katzen einfach, weil sie können – und es Spaß macht.
Warum bleiben sie stecken?
Hinaufklettern ist für Katzen kinderleicht: Ihre Krallen greifen perfekt. Herunterzukommen erweist sich jedoch als Herausforderung. „Katzen koordinieren Vorder- und Hinterpfoten beim Abstieg nur schwer – eine ungewöhnliche Bewegung für sie“, erläutert Susan Bulanda, Ethologin für Hunde und Katzen, Autorin und Such- und Rettungstrainerin aus Maryland.
Meist springen Katzen von Höhen herunter, statt zu klettern. „Überlegen Sie: Steigt Ihre Katze von der Couch herunter oder springt sie? Fast immer springen. Bei Bäumen ist die Höhe oft zu groß, daher stecken sie fest“, fügt Bulanda hinzu.
Dr. Myrna Milani, Tierärztin, Beraterin und Autorin aus Charlestown, New Hampshire, betont: Manchmal fehlt nicht die Fähigkeit, sondern der Mut. „Angst – durch Verfolgung oder Ungewohntheit draußen – hält sie oben. Wohnungskatzen ohne Krallen sind besonders gefährdet: Hinauf schaffen sie es, hinunter kaum.“
Was tun, wenn Ihre Katze in einem Baum feststeckt?
Vergessen Sie die Panik aus Cartoons, bei der Feuerwehr gerufen wird. Dr. Milani rät: „Bleiben Sie ruhig. Schluchzen unter dem Baum hilft niemandem – es regt Ihre Katze nur auf.“
Hier bewährte Strategien von Experten:
Sie mit Futter locken
Viele Katzen „stecken“ aus Angst fest. Bieten Sie Lieblingsnassfutter an, leicht erwärmt für intensiveren Duft. „Warten Sie entspannt mit einem Buch daneben – das signalisiert Sicherheit“, empfiehlt Dr. Milani. Achten Sie auf Wildtiere.
Ihr nachklettern
Nur bei guter körperlicher Fitness und mit Helfer! „Immer einen Spotter dabei, der Hilfe holt, falls nötig“, warnt Bulanda. Jones: „Nur, wenn die Katze ruhig ist und Ihnen vertraut. Andernfalls verschlimmert es die Lage.“ Tipp: Lokale Handwerker (z. B. Dachdecker) haben oft lange Leitern.
Eine Rampe bauen
„Ein stabiles Brett als Rampe schafft einen sicheren Abstieg – risikoärmer für Mensch und Katze“, rät Bulanda.
Professionelle Hilfe holen
Bei hoher Panik oder Höhe: Kontaktieren Sie Tierheim oder Rettungsdienste. „Sie bieten oft Tipps und Ressourcen“, sagt Bulanda.
Von Kate Hughes