Geprüft und auf Genauigkeit aktualisiert am 23. Januar 2020 von Dr. Wailani Sung, MS, PhD, DVM, DACVB
Sie haben Ihre Katze sicher schon einmal beim Kneten beobachtet: Rhythmisch drückt sie ihre Pfoten gegen eine weiche Unterlage wie eine Decke oder sogar Ihren Schoß. Dieses Verhalten wird oft als 'Kekse backen' bezeichnet, da es dem Kneten von Teig ähnelt.
Nicht alle Katzen kneten, doch es ist ein weit verbreitetes Verhalten bei Jungen und Erwachsenen. Manche tun es zufrieden schnurrend, während sie gestreichelt werden, andere ohne erkennbaren Anlass. Jede Katze hat ihre eigene Technik – einige nutzen nur die Vorderpfoten, andere alle vier, manche mit Krallen, manche ohne.
Es gibt mehrere fundierte Erklärungen für dieses Verhalten. Als Diplomierte Tierverhaltensspezialistin mit jahrelanger Erfahrung teile ich die gängigsten Theorien, warum Katzen kneten.
Warum kneten Katzen Decken und weiche Unterlagen?
Katzen lernen das Kneten als Kätzchen: Während des Saugens stimuliert es die Milchproduktion der Mutter. Auch als Erwachsene behalten sie diese Gewohnheit bei. Das Kneten weicher Oberflächen wie Decken oder Kuscheltieren ruft den tröstlichen Komfort des Stillens zurück – eine lebenslange positive Assoziation.
Warum kneten Katzen ihre Besitzer?
Wenn Ihre Katze sich auf Ihrem Schoß zusammenrollt, knetet und schnurrt, drückt sie tiefe Zuneigung aus. Sie erwidert Ihre Streicheleinheiten und signalisiert: 'Ich liebe dich auch!' Leider können die Krallen schmerzhaft sein, je glücklicher die Katze, desto intensiver das Kneten.
Bestrafen Sie das Verhalten nie – Ihre Katze spürt Ihren Schmerz nicht. Stattdessen: Legen Sie eine dicke Decke dazwischen. Regelmäßiges Krallenkürzen oder Krallenschutzkappen sorgen für Komfort bei Mensch und Katze.
Kneten zur Dehnung der Muskeln
Katzen sind natürliche Akrobaten. Das Kneten dehnt die Pfotenmuskeln und löst Verspannungen nach dem Schlafen – ähnlich wie Yoga für uns Menschen. Es hält sie flexibel bis zum nächsten Nickerchen.
Kneten als Duftmarkierung
Territoriale Wesen wie Katzen markieren ihr Revier mit Duftdrüsen in den Pfotenballen. Beim Kneten reiben sie diese Drüsen an Oberflächen – inklusive Ihnen – und beanspruchen so ihr Eigentum.
Kneten bei Weibchen in der Paarungszeit
Weibliche Katzen kneten zusätzlich, um Kater anzulocken: Sie schnurren, strecken sich und kneten liegend in der Luft. Bei unmittelbarem Östrus heben sie jedoch stattdessen das Becken.
Diese Theorien decken die Hauptgründe ab. Kneten ist ein natürliches, instinktives Verhalten, das Zuneigung, Komfort oder Territorium ausdrückt – ein Zeichen für eine glückliche Katze.