Adrienne ist eine zertifizierte Hundetrainerin und ehemalige Tierarzthelferin, die mit führenden Tierärzten weltweit zusammenarbeitet. Unterstützt durch Dr. Ivana Crnec, Absolventin der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Sv. Kliment Ohridski in Bitola, Mazedonien, und Dr. Margareth Root Kustritz, staatlich geprüfte Veterinär-Theriogenologin.

Die Anzeichen für bevorstehende Wehen bei Hunden zu erkennen, ist entscheidend – ob geplant oder ungewollt. So können Sie sich optimal vorbereiten. Während die meisten Würfe reibungslos verlaufen, bergen manche Rassen Risiken, die einen Kaiserschnitt erfordern.
Viele Hundebesitzer rechnen mit 63 Tagen Tragzeit ab der Paarung. Tatsächlich zählt man ab dem Eisprung: 62–64 Tage. Ab Paarung variiert es zwischen 58 und 71 Tagen, wie Dr. Margareth Root Kustritz in ihrem Buch Der Hundezüchterleitfaden für erfolgreiche Zucht und Gesundheitsmanagement erläutert.
Neben dem Kalender gibt es klare körperliche Signale. Dr. Ivana Crnec teilt hier die wichtigsten.
Wehen bei Hunden verstehen
Ein Wurf zu erwarten, ist eine Freude, birgt aber Verantwortung. Wir erklären die Anzeichen, ihren Sinn und wie Sie sich vorbereiten.
Was sind Wehen bei Hunden?
Wehen beschreiben die Geburtsvorbereitung, ähnlich wie beim Menschen. Für Neulinge ist es verwirrend: Wie lange dauern sie? Typisch 3–12 Stunden in drei Stadien, wobei nicht alle sichtbar sind. Zuerst subtile Kontraktionen der Gebärmutter, später Schwellung im Intimbereich.
Woher weiß ich, dass Wehen bevorstehen?
Bei trächtigen Hündinnen hilft Wissen über den Prozess. Kennen Sie die Signale, unterscheiden Sie Normales von Problemen. Bei Zweifeln: Tierarzt rufen.
Die 12 Anzeichen für bevorstehende Wehen bei Hunden
Diese Signale werden klarer, je näher die Geburt rückt. Hier die 12 wichtigsten:
1. Temperaturabfall
Messen Sie ab einer Woche vor Termin rektal (Normal: 37,8–38,3 °C). Sinkt sie auf 36,7 °C an zwei Tagen hintereinander: Wehen in 12–24 Stunden.
2. Keuchen (schnelles Atmen)
Hecheln durch Anstrengung oder Kühlung. In Wehen: Rhythmisches Keuchen mit Pausen – wie das Lamaze-Atmen.
3. Ruhelosigkeit und Angst
Viele Hündinnen sind unruhig, suchen Isolation. Lesen Sie ihre Körpersprache genau.
4. Suche nach Einsamkeit
Sie meidet Gesellschaft, sucht Rückzugsort. Beobachten Sie diskret, greifen Sie bei Bedarf ein.
5. Milcheinschuss
Brüste schwellen, Milch tritt aus – oft Tage vorab, nicht bei allen.
6. Appetitlosigkeit
Kein Fressen vor der Geburt ist typisch.
7. Übelkeit und Erbrechen
Möglich, aber nicht immer. Kombinieren Sie mit anderen Signalen; sonst Tierarzt abklären.
8. Nestbauverhalten
Sie baut ein Nest, falls keine Wurfbox vorhanden.
9. Zittern
Nach Temperaturabfall und vor Kontraktionen durch Kältegefühl.
10. Kontraktionen
Sichtbare Bauchwellen, spürbar per Hand. Bei Dickbäuchen subtiler.
11. Klare oder grünliche Sekretion
Klar vor Welpe ok; grün ohne Welpe: Sofort Tierarzt (Plazentaablösung).
12. Hervortreten der Fruchtblase
Flüssigkeitsblase am Hinterteil: Geburt läuft!
Vorbereitung auf die Wehen
Seien Sie vorbereitet:
Wurfbox
Passend zur Rasse, ruhig platziert.
Decken und Wärmelampe
Welpen brauchen Wärme (ca. 30 °C).
Babywaage
Zur Gewichtskontrolle.
Milchaustausch und Flasche
Für Notfälle.
Tierarzt-Nummer
Immer griffbereit.
Wann Tierarzt rufen?
98 % der Würfe sind unkompliziert, doch bei:
- Erste Phase >36 Std.
- Kein Welpe nach 30 Min. Wehen
- Grüner Ausfluss ohne Welpe
- Welpe >20 Min. feststeckt
- Schwache Wehen, Welpen >2 Std. drin
- Lethargie, blasses Zahnfleisch, übler Ausfluss
Dieser Artikel basiert auf Expertenwissen. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Stresszeichen: Sofort zum Tierarzt.