DeuAq.com >> Leben >  >> Tiere & Insekten

Erste beeindruckende Fotos: Eisbären besetzen verlassene Gebäude auf russischer Arktisinsel

Erste beeindruckende Fotos: Eisbären besetzen verlassene Gebäude auf russischer Arktisinsel

Dutzende Eisbären haben sich in verlassenen Gebäuden auf einer arktischen Insel eingenistet. Der russische Profi-Fotograf Dmitry Kokh hat kürzlich atemberaubende Bilder festgehalten: Bären, die neugierig durch Fenster spähen und auf Veranden herumlungern.

Im Spätsommer 2021 reiste Kokh, ein erfahrener Wildtierfotograf, in die abgelegene Region Tschukotka nördlich von Russland. Sein Ziel: Eisbären auf der Wrangel-Insel zu portraitieren, einem UNESCO-Weltkulturerbe und Naturschutzgebiet oberhalb des Polarkreises.

Stattdessen entdeckte er auf der kleineren Kolyuchin-Insel südlich davon einen unerwarteten Anblick: Über 20 Eisbären hatten die Ruinen einer ehemaligen sowjetischen Wetterstation besetzt. Kokh teilte die Fotos auf seiner Website und auf Instagram – neben weiteren Meisterwerken seiner Meeresfotografie. Die Bilder gingen viral, wie er gegenüber Live Science berichtete.

Aus Anadyr, der Hauptstadt Tschukotkas, segelte Kokh 2.000 Kilometer nordwärts. Er stellte mehr Meereis als üblich fest, was die Bären wohl nach Kolyuchin lockte. Eisbären brauchen das Eis, um auf Robben zu jagen, erklärte der Fotograf.

"Die Insel ist so klein, dass man sie fast vom Boot aus überblicken kann", beschrieb Kokh. Die Station wurde 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion aufgegeben. Kurz nach der Ankunft sah das Team Bewegung: "Zuerst ein Bär im Fenster, dann ein zweiter – plötzlich über 20 in dem Gebäude."

Erste beeindruckende Fotos: Eisbären besetzen verlassene Gebäude auf russischer Arktisinsel

Für die Aufnahmen nutzte Kokh eine Drohne mit geräuscharmen Propellern, um die Tiere unauffällig zu nahen. Die Bären wirken gelassen, doch Kokh warnt: "Eisbären sind clevere Jäger. Sie täuschen Entspannung vor – und greifen blitzschnell an."

Ein Reservatsmitarbeiter begleitete die Gruppe mit Gewehr und Leuchtkugeln. Eisbären wiegen bis 770 kg und erreichen laut McGill University 40 km/h.

Normalerweise meiden Eisbären Menschen, doch Klimawandel treibt sie in Siedlungen – sogar in Städte der russischen Arktis. Seit 1979 schrumpft das Meereis; Experten prognostizieren sein Sommerende bis 2100, wie Live Science berichtete.

Trotz düsterer Zukunft erinnern Kokhs Bilder daran: Leben erobert Ruinen zurück. "Doch es besteht nur, wenn wir es schützen", mahnt der Fotograf gegenüber Live Science.