
US-Grenzbeamte haben einen mutmaßlichen Wildtierschmuggler festgenommen, der versuchte, mit über 50 Reptilien versteckt in seiner Kleidung von Mexiko in die USA einzureisen – und das nur einen Tag nach seiner Anklage wegen des Schmuggels von bis zu 1.700 Tieren.
Der US-Bürger, ein 30-jähriger Kalifornier, wurde am 25. Februar am San Ysidro Land Port of Entry festgehalten, der Tijuana mit San Diego verbindet. Bei einer persönlichen Durchsuchung entdeckten Beamte 52 lebende Reptilien: neun Schlangen und 43 gehörnte Eidechsen, die in Taschen seiner Kleidung verborgen waren, wie die U.S. Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) mitteilt.
„Schmuggler versuchen alles Mögliche, um ihre Ware – hier lebende Reptilien – über die Grenze zu bringen“, erklärte Sidney Aki, CBP-Direktor für Feldoperationen in San Diego. Das Verstecken in Kleidung gefährdet zudem die Gesundheit und Sicherheit der Tiere, betonte er.
Laut The San Diego Union-Tribune wurde der Mann zusammen mit seiner Schwester am Vortag von einer Grand Jury in Los Angeles angeklagt. Sie sollen einen großen Schmuggelring betrieben haben, mit rund 1.700 Tieren im Wert von etwa 739.000 US-Dollar, darunter Schildkröten, Warane, Leguane, Chamäleons und Baby-Krokodile. Viele Arten gelten nach Angaben der International Union for Conservation of Nature als gefährdet.
Ermittler des U.S. Fish and Wildlife Service und der Homeland Security Investigations (HSI) gehen davon aus, dass der Angeklagte, identifiziert als Perez, die Tiere über Facebook-Seiten unter falschem Namen verkaufte. Er soll im Vorjahr 36 Grenzübertritte in San Ysidro unternommen haben, viele davon nachverfolgbar durch Social-Media-Posts. Die Käufer erhielten die Tiere meist per FedEx in Kartons mit Etiketten eines Unternehmens namens Reptiles Express und ahnten oft nicht, dass es sich um illegal importierte Ware handelte, berichtet die San Diego Union-Tribune.

Nachrichten von seinem Telefon deuten laut Zeitung auf ein Netzwerk weiterer Schmuggler hin. Eine Nachricht aus 2016 lautete: „Gott sei Dank haben sie nichts gefunden. Deshalb sage ich immer, Schildkröten sind riskant. Sie sind sperrig. Ich war heute nervös, aber ich bin cool geblieben.“
Der San-Ysidro-Übergang ist der viertgrößte Grenzübergang weltweit mit täglich rund 70.000 Fahrzeugen und 20.000 Fußgängern, wie die U.S. General Services Administration angibt. Er ist ein Hotspot für Wildtierschmuggel: Früher beschlagnahmten Beamte Tigerjungtiere, Papageien, Kampfhähne sowie Produkte wie Fischblasen, Schildkröteneier, Elfenbein und Walknochen, so die San Diego Union-Tribune.
„Wir gehen aggressiv gegen Personen vor, die aus finanziellen Motiven am illegalen Schmuggel und Handel mit gefährdeten Wildtieren beteiligt sind“, sagte Chad Plantz, leitender HSI-Spezialagent in San Diego.