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Wann gilt Ihr Hund als Senior? Expertenleitfaden zum Alter und zur Pflege

Am 13. Mai 2019 von Dr. Hanie Elfenbein, DVM, PhD, auf Genauigkeit überprüft und aktualisiert

Unsere Haustiere sind unabhängig vom Alter treue Familienmitglieder. Wir lieben ältere Hunde genauso innig wie fröhliche Welpen – doch viele von uns scheuen davor zurück, anzuerkennen, dass sie ins Seniorenalter eintreten.

Es ist oft verwirrend, genau zu bestimmen, ab wann man einen Hund als Senior bezeichnen sollte. Dieser Zeitraum variiert je nach Rasse und Größe erheblich.

In diesem Leitfaden erfahren Sie, wann Ihr Hund als Senior gilt, welche Anzeichen für altersbedingte Probleme sprechen und wie Sie seine Pflege optimal anpassen können.

Gibt es feste Altersgrenzen für Seniorenhunde?

Laut dem Journal of the American Animal Hospital Association (AAHA) beschreibt der Begriff „Senior“ ein alterndes Tier, doch die genaue Altersspanne schwankt stark.

Faktoren wie Gewicht, Rasse und Organfunktion bestimmen, ob ein Hund als alt einzustufen ist.

„Veraltete Regeln wie ‚ein Hundejahr entspricht sieben Menschjahren‘ gelten nur bedingt und hängen stark von der Größe ab“, erklärt Dr. Heidi Lobprise, DVM, DAVDC und Sprecherin der International Veterinary Senior Care Society.

Große Rassen altern schneller als kleine. „Bei Hunden von 9–18 kg passen diese Richtwerte besser, doch eine Deutsche Dogge kann mit 7 Jahren geriatrisch sein, während Chihuahuas oft über 20 werden“, ergänzt Dr. Lobprise.

In der Regel gelten Hunde ab 5–10 Jahren als Senioren.

„Senior und Geriatrie sind nicht dasselbe: Seniors altern gesund oder zeigen erste Anzeichen, Geriatrie beschreibt fortgeschrittene Alterung mit mehreren Erkrankungen“, präzisiert Dr. Lobprise.

Anzeichen des Alterns bei Hunden

„Viele Alterszeichen bei Hunden ähneln denen beim Menschen – von offensichtlichen bis subtilen“, sagt Dr. Lobprise. Bewegungsprobleme fallen auf, Verhaltensänderungen sind oft lauter bei Hunden als bei Katzen.

Achten Sie auf folgende Punkte:

Appetit und Gewicht

Überwachen Sie Futteraufnahme und Gewicht: Übergewicht fördert Arthrose oder Diabetes, Untergewicht deutet auf Zahn- oder Verdauungsprobleme hin.

Schlaf und Kognition

Veränderte Schlafmuster oder Desorientierung können auf kognitive Dysfunktion (Hundedemenz) hindeuten.

Trinken und Harnen

„Verändertes Trink- oder Harnverhalten signalisiert oft Nieren- oder Hormonstörungen“, warnt Dr. Lobprise. Bei Hündinnen achten Sie auf Inkontinenz, bei Spaziergängen auf Konsistenz und Häufigkeit.

Klumpen und Veränderungen

Regelmäßige Körpertastung hilft, Tumore früh zu erkennen. „Mit längerer Lebenserwartung steigt das Krebsrisiko bei bestimmten Rassen“, betont Dr. Lobprise. Neue, wachsende oder auffällige Knoten erfordern tierärztliche Abklärung.

Häufige Erkrankungen bei Seniorenhunden

„Zahnerkrankungen sind weit verbreitet und vermeidbar – sie beeinflussen Verhalten und Gesundheit“, rät Dr. Lobprise. Riechen Sie am Atem, prüfen Sie Zähne auf Rötungen, Entzündungen oder Zahnstein.

Unbehandelt schädigen sie Herz, Nieren und mehr. Regelmäßige Zahnreinigungen sind essenziell.

Nieren- und Leberprobleme, Herzkrankheiten oder Hypothyreose (Lethargie, Gewichtszunahme) sind üblich. Bei Älteren überlagern sich oft mehrere Beschwerden.

Kognitive Einbußen mindern die Lebensqualität – beobachten Sie Orientierung und Sozialverhalten.

Enger Kontakt mit dem Tierarzt

Dr. Lobprise empfiehlt zweimal jährliche Checks mit Blut-, Urin- und Volluntersuchungen plus Zahnprophylaxe.

Leider nutzen nur 14 % der Seniorentiere AAHA-empfohlene Screenings. „Früherkennung verlängert das Leben“, unterstreicht Dr. Lobprise.

Besprechen Sie Futteranpassungen, Muskelmasse und Verhalten. Fotos oder Body-Condition-Scores helfen, Veränderungen zu tracken.

Angst oder Depressionen? Tierärztliche Medikamente und ein ruhiges Zuhause lindern Symptome.

„Seniorenjahre haben Höhen und Tiefen“, sagt Dr. Lobprise. Als Besitzer: Akzeptieren Sie das Alter, sorgen Sie für Checks und handeln Sie bei Warnsignalen.

Von: Jessica Remitz