Von Stacia Friedman
Das Knabbern an Gras ist ein natürliches Verhalten bei Katzen. Bei Freigängerkatzen gehört es zur täglichen Routine, doch für reine Wohnungskatzen lohnt es sich, Katzengras zu Hause anzubauen.
Warum fressen Katzen Gras?
„Die Forschung hat noch nicht eindeutig geklärt, warum Katzen Gras fressen, aber es gibt mehrere Theorien“, erklärt Carlo Siracusa, Tierverhaltensforscher an der University of Pennsylvania School of Veterinary Medicine. „In der Wildnis essen Katzen Gras nach der Beute, um unverdauliche Teile durch Erbrechen auszuscheiden. Das scheint ein natürlicher Mechanismus zu sein.“
Auch Ihre Wohnungskatze fühlt sich instinktiv zu Katzengras hingezogen. „Es ist ein Verhaltensinstinkt“, betont Siracusa. „Gras liefert Ballaststoffe, die Haarballen erleichtern oder als Abführmittel wirken.“
Eine weitere Erklärung: Katzengras enthält Spurenelemente, Vitamine A und D sowie Chlorophyll – früher ein bewährtes Mittel gegen Infektionen, Schmerzen und mehr. Zudem fördert Folsäure die Hämoglobinproduktion für besseren Sauerstofftransport und sorgt für frischen Atem.
Was ist Katzengras?
Im Gegensatz zu Katzenminze (Lippenblütler-Familie) stammt Katzengras aus Roggen-, Gersten-, Hafer- oder Weizensamen. Zoofachgeschäfte bieten fertige Kits mit Samen, Erde und Topf. Mit Wasser und Licht haben Sie in einer Woche einen sicheren Bio-Garten für Ihre Katze.
„Katzengras ist sicherer als Freiland-Gras mit Pestiziden“, sagt Siracusa. „Es schützt vor giftigen Zimmerpflanzen.“ Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt vor neuen Pflanzen.
Ist Katzengras sicher?
Ja, es ist eine risikofreie Alternative zu pestizidbelastetem Freigras oder giftigen Pflanzen. Freigänger profitieren von einem pestizidfreien Indoor-Angebot, Wohnungskatzen von natürlichem Genuss.
Wie man Katzengras anbaut
Kits enthalten Anleitungen, hier die wichtigsten Tipps aus Praxiserfahrung:
- Samen vor Keimung feucht halten, nie einweichen. Nach Sprossung sparsamer wässern.
- Keimung in 3–7 Tagen.
- Ab 10–14 Tagen oder 10 cm Höhe fressbereit, hält 1–3 Wochen.
- Täglich mit Sprühflasche wässern, natürliches Licht.
- Nicht übergiessen – verhindert Schimmel.
- Direktes Fressen aus dem Topf erlauben.
- Bei Welken oder Verfärbung neu pflanzen.