Wer scrollt gerne durch süße Tiervideos, kennt die Clips: Menschen schlagen auf ein Stofftier ein, um den Hund zum Reagieren zu bringen – sei es für Medizin oder Futter. Diese Trends mögen Lacher provozieren, doch Tier-Experten mahnen eindringlich: Für die Tiere sind sie alles andere als harmlos.
Angstmache ist keine Unterhaltung
Tierkommunikatorin Akshaya Kawle betont: „Jedes Tier ist so individuell wie ein Mensch – mit einzigartigen Persönlichkeiten, Vorlieben, Ängsten und Unsicherheiten. Manche reagieren mit Trauma auf solche Szenen, andere erleiden sogar Verletzungen. Das kann das Vertrauen zum Menschen zerstören.“ Sie vergleicht: „Genau wie bei Kindern würde niemand Panik als Spaß missbrauchen. Das gilt auch für Tiere.“
Eine subtile Form der Tierquälerei
Sudha S. Narayanan vom Charlies Animal Rescue Center (CARE), die seit über einem Jahrzehnt mit Hunden arbeitet, hält das Schlagen des Lieblingsspielzeugs für erschütternd: „Es weckt im Hund die Angst, selbst angegriffen zu werden. Man sieht sie versteinert und verwirrt – definitiv keine Show für Tierliebhaber. Das ist subtile Tierquälerei.“ Tierschützerin Toni Freer ergänzt: „Hunde verlieren ihren Schutzinstinkt gegenüber Spielzeug oder Gegenständen wie Messern.“
Positive Alternativen für echtes Engagement
Gibt es bessere Wege, Haustiere zu trainieren? „Absolut: Positive Verstärkung ist der Goldstandard“, rät Akshaya. „Nutzen Sie Spiel und Belohnungen, die Spaß machen, um gutes Verhalten zu fördern. Bestrafung schafft Misstrauen und schadet der Bindung.“ Sudha fügt hinzu: „Oft reicht ein strenges 'Nein' in fester Tonlage, um unerwünschtes Verhalten zu stoppen.“