Am 7. Mai 2019 von Dr. Jennifer Coates, DVM, auf Richtigkeit überprüft
Wenn Sie einen Hund besitzen, spüren Sie sicher eine tiefe emotionale Bindung zu ihm. Viele Hundebesitzer berichten, dass ihre Vierbeiner hochgradig empathisch sind: Sie nehmen emotionale Signale auf und trösten, wenn wir traurig oder verzweifelt sind.
Diese Beobachtungen sind nicht nur anekdotisch. Eine Studie zur Hundeempathie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass Hunde schneller zu ihren Besitzern eilen, wenn diese beunruhigende Geräusche wie 'Hilfe' oder Weinen von sich geben – im Vergleich zu neutralen Tönen.
Je besser ein Hund im Bindungstest abschnitt, der die Bindung zum Besitzer misst, desto rascher reagierte er auf Notrufe. Hunde spiegeln oft unsere Emotionen wider, erklärt Russell Hartstein, zertifizierter Hundeverhaltensforscher, Trainer und Gründer von Fun Paw Care.
Hunde empfinden also klar Empathie für Menschen. Aber gilt das auch für andere Hunde?
Können Hunde die Gefühle anderer Hunde lesen?
"Ich würde sagen, ja, Hunde können Empathie für andere Hunde haben", betont Hartstein. Zwar gibt es wenig Forschung dazu, doch eine vielversprechende Studie aus 2017 der Universität Wien untersuchte Reaktionen auf Emotionen anderer Hunde.
Forscher luden Hundebesitzer mit ihren Tieren in ein Labor mit Lautsprechern ein. Sie spielten menschliche (Lachen/Weinen) und hündische Geräusche ab (verspieltes Bellen/Gejammer) sowie neutrale Töne wie Naturgeräusche.
Die Beobachtung: Hunde widmeten emotionalen Klängen mehr Aufmerksamkeit als neutralen. Besonders negativem Bellen oder Jammern reagierten sie stärker – ein Hinweis, dass sie positive und negative Emotionen bei Menschen und Hunden unterscheiden. Negativen Tönen zeigten sie mehr Stress, z. B. Pfotenlecken oder Winseln.
Es gab keinen Unterschied zwischen menschlichen und hündischen Geräuschen. Diese Ergebnisse deuten stark auf Empathiefähigkeit hin, auch wenn sie nicht endgültig bewiesen ist. Hartstein warnt jedoch: "Die Fähigkeit, sich in einen anderen Hund hineinzuversetzen, ist schwer messbar."
Haben Hunde mehr Empathie für bekannte Hunde?
Die Studie zeigt starke Reaktionen auf fremde Hunde in Not. Bei Mitbewohnern ist sie noch intensiver: Negative Geräusche von bekannten Hunden lösten höheren Stress aus.
Wie fördern Sie die Empathie Ihres Hundes?
Um Empathie bei Ihrem Hund – gegenüber Ihnen, Familie und anderen Hunden – zu stärken, beginnen Sie mit einer respektvollen Beziehung. "Verbringen Sie Zeit zusammen, genießen Sie Spaziergänge und Spiele pflegend und freundlich", rät Dr. Jim D. Carlson, DVM CVA CVTP, Inhaber der Riverside Animal Clinic McHenry und Grove Animal Hospital in Chicago. "So entsteht eine tiefe Mensch-Tier-Bindung mit erkennbaren Emotionen."
Für Empathie zwischen Hunden: Pflegen Sie Beziehungen zu jedem und fördern Sie positive Interaktionen. "Hunde bauen Rudelbeziehungen auf – positives Verhalten schafft Bindung", sagt Dr. Carlson.
Erwarten Sie keine menschlichen Reaktionen: Hunde zeigen Empathie oft physisch, z. B. durch Lecken nach dem Tierarzt oder Ankuscheln bei Gewittern. Belohnen Sie das mit Lob, um es zu festigen.
Von: Deanna deBara