von Cheryl Lock
Haben Sie Ihre Katze schon mal dabei ertappt, wie sie sich zu einem engen Ball zusammenrollt oder an ihrer Streu scharrt – und sich gefragt, was dahintersteckt? Um die Geheimnisse hinter diesen typischen, aber oft unverständlichen Verhaltensweisen zu lüften, haben wir mit Kat Miller, Ph.D., Direktorin für Anti-Grausamkeits- und Verhaltensforschung bei der ASPCA und zertifizierter angewandter Tierverhaltensforscherin, gesprochen.
Schlafen in einem engen Ball
Viele Säugetiere, darunter Katzen, rollen sich so zusammen, um Wärme zu speichern und sich zu schützen. „Sie pressen sich in enge Räume für den Schutz fester Wände oder formen eine Kugel, damit sie nicht leicht von hinten angegriffen werden können“, erklärt Dr. Miller. „Ähnlich wie Vögel ihre Flügel anlegen, hilft das, Wärme zu halten.“
Kneten
Dieses Verhalten reicht bis in die Kätzchenzeit zurück: „Kätzchen kneten den Bauch der Mutter, um die Milchproduktion anzuregen“, sagt Dr. Miller. „Erwachsene Katzen tun es oft, wenn sie entspannt sind. Weiche Decken oder Ihre Haut erinnern sie an die Mutter. Manchmal dient es auch der Selbstberuhigung bei Stress.“
Scharren an der Streu
Unsere Hauskatzen stammen von Wüstenbewohnern ab. „Ob sie vor oder nach dem Geschäft graben, markiert es ihr Territorium“, erklärt Dr. Miller. Der Standort der Katzentoilette spielt eine Rolle: Außerhalb des Reviers decken sie oft nicht ab, im Kernrevier schon – Katzen sind nun mal Sauberkeitstiere und Geruch ist entscheidend.
Den Bauch freilegen
Das ist tricky und kann gefährlich werden! Manche Katzen genießen Bauchstreicheln, besonders wenn sie es als Kätzchen gelernt haben. „Viele lernen, Bauchmassagen zu mögen“, sagt Dr. Miller. Doch der Bauch ist vulnerabel: Bei Spiel oder Ärger rollen sie sich um, um die Hinterkrallen einzusetzen.
Schlafen in Kisten, Taschen & Co.
Katzen sind Meister der Hinterhalte und lieben enge Räume zum Beobachten. Solche Plätze bieten Sicherheit und Wärme – perfekt für ihre Natur.
Die Midnight Crazies
Viele Katzenbesitzer kennen die Geisterstunde: Plötzlicher Spieltrieb nachts. „Katzen haben ein anderes Schlafmuster – tagsüber dösen, nachts aktiv“, erläutert Dr. Miller. Abends sind alle daheim, was Energie weckt. Und: Aufmerksamkeit bei nächtlichem Chaos belohnt das Verhalten.
Auf dem Computer sitzen
Der laufende Laptop ist ein warmes Kissen. „Und es ist unmöglich, die Katze zu ignorieren – sie lernt schnell, dass sie so Aufmerksamkeit bekommt“, meint Dr. Miller.
Hüfte heben
Beim Hinternreiben ein Reflex wie beim Hund bei Bauchkraulen. „Es kitzelt oder fühlt sich gut an – ein Ort, den sie selbst schwer erreichen“, sagt Dr. Miller.
Gesicht an Dingen reiben
Duftdrüsen im Gesicht markieren Ihr Zuhause und Sie als „ihr Eigentum“. „Es signalisiert Zugehörigkeit und Geborgenheit, wie ein Trikot tragen“, erklärt Dr. Miller.
Im Waschbecken oder der Badewanne liegen
Bei Hitze sucht die Katze Kühle. Oder der erdige Abflussgeruch lockt. „Katzen lernen auch, dass aus dem Hahn Wasser kommt – und trinken gerne aus Tropfern“, vermutet Dr. Miller.
Schwanz hin- und herschwingen
Meist eine Warnung bei Erregung: „Halt Abstand!“ Bei Interesse eher ein Zucken als Wedeln, betont Dr. Miller.
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