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Warum kauen Katzen auf Gegenständen? Ursachen, Risiken und Lösungen von Experten

Von Kate Hughes

Im Gegensatz zu Hunden, die für ihr leidenschaftliches Kauen bekannt sind, knabbern Katzen selten an etwas anderem als Futter. Dennoch ist Kauen ein weit verbreitetes Verhalten bei Katzen. „Betrachten Sie die Beute einer Katze“, erklärt Dr. Carlo Siracusa, klinischer Assistenzprofessor für Verhaltensmedizin an der University of Pennsylvania School of Veterinary Medicine in Philadelphia. „Katzen müssen an ihrer Beute kauen, um sie zu zerlegen und zu fressen. Dieses Verhalten kann leicht in andere Lebensbereiche übergehen.“

Katzen kauen an Plastiktüten, Drähten, Holz oder Stoffen. Gelegentliches Kauen ist normal und harmlos – doch wenn es zwanghaft wird, drohen ernsthafte Probleme.

Das Spektrum des Kauverhaltens

Dr. Nicolas Dodman, Experte für Haustierverhalten, emeritierter Professor an der Cummings School of Veterinary Medicine der Tufts University und Autor von The Cat Who Cried for Help, beschreibt das Kauen als Spektrum. „Es gibt kein rein normales oder abnormes Verhalten – alles liegt auf einem Kontinuum“, sagt er. „Manche Katzen kauen nur ihr Trockenfutter, andere verschlingen Stoffe, Duschvorhänge oder Schnürsenkel wie eine 10-Pfund-Motte.“

Am Extremende kann der Schaden Tausende von Dollar betragen. Dodman erzählt von einer Klientin, die ihrer Katze einen Wollpullover opferte: „Sie ließ ihn liegen, damit er ihre anderen Sachen verschont. Als sie ihn mir zeigte, sah er aus, als hätte sie ihn mit einer Schrotflinte aus nächster Nähe beschossen.“

Noch gefährlicher ist das Risiko für die Katze selbst. „Ich habe schwere Verbrennungen bei Katzen gesehen, die Drähte durchgekaut haben“, warnt Dodman. „Und das ist nur der Anfang – ein Stromschlag kann tödlich enden.“

Ursachen für das Kauen bei Katzen

Kauen ist ein natürlicher Instinkt, der bei Wohnungskatzen durch ihren Lebensstil verstärkt wird, betont Siracusa. „Fressen und Erkunden sind beim Kauen verknüpft. Katzenfutter – trocken oder nass – ersetzt keine natürliche Beute. Der Instinkt bleibt erhalten.“

Gelegentliches Kauen ist unproblematisch, doch Zwanghaftigkeit signalisiert oft tieferliegende Ursachen. Dodman vergleicht es mit Zwangsstörungen beim Menschen: „Viele extreme Fälle stammen von Angst, häufig bei nervösen Rassen wie Siamkatzen oder ängstlichen Tieren. Bei entspannten Rassen wie Persern ist es seltener.“

Angst äußert sich auch in Saug- oder Ausreißverhalten, oft bei früh entwöhnten Katzen. „Frühe Entwöhnung prädisponiert zu oralen Zwangsstörungen“, erklärt Dodman.

Kauverhalten effektiv bekämpfen

Bei gelegentlichem Kauen lenken Sie mit kaubaren Spielzeugen oder Leckerlis um. „Viele Katzen entspannen sich damit – es weckt den Jagdinstinkt und stillt den Kaudrang“, rät Siracusa.

Bei Zwanghaftigkeit helfen weitere Schritte. Dodman verschreibt in schweren Fällen stimmungsstabilisierende Medikamente wie Prozac-Derivate: „Sie reduzieren Angst und stabilisieren die Weltsicht der Katze. Bei Stress durch Abwesenheit wirken sie langfristig.“ Diese erfordern ein Rezept – konsultieren Sie Ihren Tierarzt.

Siracusa empfiehlt zudem einen Check-up bei Erbrechen oder Durchfall: „Das deutet auf weitere gesundheitliche Probleme hin.“