DeuAq.com >> Leben >  >> Tiere & Insekten

Gigantischer Ichthyosaurier-Zahn in den Schweizer Alpen entdeckt: Möglicher Weltrekordhalter

Gigantischer Ichthyosaurier-Zahn in den Schweizer Alpen entdeckt: Möglicher Weltrekordhalter

Forscher haben in den Schweizer Alpen einen abgebrochenen Zahn eines der größten Fleischfresser der Erdgeschichte entdeckt.

Nein, es handelt sich nicht um einen T. Rex. Auch kein Dinosaurier. Der Fund gehört zu einem seltenen Riesen-Ichthyosaurier – einem carnivoren Meeresreptil, das vor etwa 205 Millionen Jahren in der späten Trias die Weltmeere beherrschte.

Obwohl die Krone des Zahns fehlt, ist die Wurzel doppelt so breit wie bei jedem anderen bekannten Ichthyosaurierzahn, wie eine Studie vom 28. April im Journal of Vertebrate Paleontology zeigt. Der bisherige Rekordhalter stammte von einem fast 15 Meter langen Ichthyosaurier. Dieser neue Fund könnte sein Besitzer zum größten Tier machen, das je an Land oder im Meer lebte, urteilen die Autoren.

Basierend nur auf einem halben Zahn lässt sich jedoch nicht abschließend klären, ob es sich um einen wahren Leviathan oder eines von vielen großen Trias-Meeresraubtieren handelt, betonen die Forscher.

„Es ist schwer zu sagen, ob der Zahn von einem großen Ichthyosaurier mit riesigen Zähnen oder einem Riesen mit normal großen Zähnen stammt“, erklärt Studienleiter P. Martin Sander von der Universität Bonn.

Gigantischer Ichthyosaurier-Zahn in den Schweizer Alpen entdeckt: Möglicher Weltrekordhalter

Monster der Tiefe

Ichthyosaurier, deren Name „Fischeidechsen“ bedeutet, erschienen in der mittleren Trias (vor 252 bis 201 Millionen Jahren) kurz nach dem Perm-Aussterben, das 95 % des Lebens auf Erde und in den Ozeanen auslöschte. Innerhalb von nur fünf Millionen Jahren wuchsen sie zu gigantischen Räubern heran und dominierten die Meere weltweit.

Der größte bekannte Ichthyosaurier, Shastasaurus sikanniensis, erreichte walähnliche Maße von bis zu 21 Metern oder mehr. Zum Vergleich: Moderne Blauwhale messen 24 bis 30 Meter, T. Rex rund 12 Meter (American Museum of Natural History).

Viele Riesen-Ichthyosaurier wie Shastasaurus waren Top-Raubtiere ohne Zähne. Nur der 15 Meter lange Himalayasaurus aus Tibet besaß einen bezahnten Rachen. Der Fund in der 2.800 Meter hohen Kössen-Formation der Schweizer Alpen – einem ehemaligen Trias-Meeresboden – stellte das Forscherteam vor ein Rätsel.

In der Studie untersuchten Experten den Zahn sowie große Rippen und Wirbel aus demselben Fundort (1976–1990). Vergleiche mit vollständigen Skeletten anderer Riesen erlaubten Schätzungen zur Größe und Art.

Mit 60 mm Wurzelbreite und 100 mm Höhe übertrifft der Zahn jeden bekannten Himalayasaurus-Zahn um das Doppelte. Das einzigartige Dentinmuster bestätigt die Zugehörigkeit zu Ichthyosauriern, die Größe passt jedoch zu keiner Art. Ein deutlich größerer Körper könnte den weltgrößten Ichthyosaurier andeuten.

Die Rippen und Wirbel zählen zu den größten ihrer Art in Europa und stammen von drei gigantischen Exemplaren der Familie Shastasauridae wie Shastasaurus, Shonisaurus und Himalayasaurus.

„Diese Riesen-Ichthyosaurier der späten Trias gehörten zu den größten Tieren unseres Planeten“, fassen die Forscher zusammen.

Fraglich bleibt die genaue Artzuordnung, da nur Bruchstücke vorliegen und tektonische Verformungen die Maße beeinflussen könnten. Weitere Fossilien sind nötig, um zu klären, ob sie andere Giganten übertreffen.