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Können Haustiere unter saisonaler affektiver Störung leiden? Experten klären auf

Von Paula Fitzsimmons

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken – und viele von uns kämpfen mit Winterblues. Saisonale affektive Störung (SAD) ist eine Form der Depression, die nach Angaben der Mayo Clinic Symptome wie Energiemangel, Appetitverlust und Traurigkeit auslöst. Sie tritt typischerweise im späten Herbst oder frühen Winter auf und verschwindet mit den sonnigen Monaten des Frühlings und Sommers.

Wenn Sie selbst betroffen sind, fragen Sie sich vielleicht, ob es Ihre Haustiere ebenfalls trifft – vor allem bei beobachteten Verhaltensänderungen.

Leiden Katzen und Hunde an SAD wie Menschen?

Steve Dale, zertifizierter Tierverhaltensberater, fasst es zusammen: „Die endgültige Antwort? Es könnte sein. Niemand weiß es genau.“

Wir teilen mit Hunden viel Gehirnchemie, darunter die Hormone Melatonin und Serotonin. Weniger Tageslicht bedeutet mehr Melatonin und weniger Serotonin – beides kann die Stimmung beeinträchtigen. SAD bei Haustieren ist denkbar, doch andere Ursachen sind möglich. Das Problem: Es fehlt an objektiven Diagnosemethoden.

Forschung zu SAD oder Stimmungsstörungen bei Tieren ist rar. Eine Umfrage der People’s Dispensary of Sick Animals (PDSA) im Vereinigten Königreich ergab, dass Besitzer ihre Haustiere in dunklen Monaten als depressiv wahrnehmen. Die Studie blieb jedoch subjektiv und basierte auf menschlicher Wahrnehmung statt wissenschaftlicher Daten.

Wie reduziertes Sonnenlicht Tiere beeinflusst

Saisonale Veränderungen können Tiere dennoch belasten. Dr. Karen Becker, integrative Wellness-Tierärztin, erklärt: Reduziertes Licht kann bei Hunden zu lichtabhängiger Alopezie (saisonale Flankenalopezie) führen. Betroffen sind Rassen wie Airedale Terrier, Schnauzer, Dobermann Pinscher, Bulldoggen, Scottish Terrier und Boxer.

Wissenschaftler führen dies auf mangelnde Bestrahlung der Zirbeldrüse zurück. Hunde in nördlichen Regionen sind stärker gefährdet als in sonnigen Süden. Bei ausreichend Sonne wächst das Fell nach.

Spiegelt Ihr Haustier Ihre Stimmung wider?

Manche Verhaltensänderungen könnten auf Ihre eigene Laune zurückgehen. „Haustiere spiegeln unsere Stimmungen“, betont Dale. „Sind wir den Tag über mürrisch zu Hause, spüren das Katzen und Hunde.“

Dies bestätigt eine Studie in den Biology Letters der Royal Society: Hunde erkennen Emotionen bei Menschen und Artgenossen kognitiv – basierend auf abstrakten mentalen Repräsentationen.

Auch Langeweile ist möglich. Im Sommer verbringen Hunde mehr Zeit draußen; im Winter fehlt oft Bewegung und Stimulation, wie Dale erklärt.

Becker ergänzt: Manche Hunde schlafen im Winter mehr, haben weniger Energie. „Die Frage ist: Liegt es an ihren Besitzern, die weniger aktiv sind, oder an echter saisonaler Depression?“

Einfache Tipps für gesunde, glückliche Haustiere im Winter

Unabhängig von der Ursache: Fördern Sie das Wohlbefinden mit diesen Maßnahmen.

Mehr Licht reinlassen

Dale rät: Platzieren Sie das Bett Ihrer Katze oder Ihres Hundes sonnennah ans Fenster – essenziell für Wohnungstiere.

Becker stimmt zu: „Öffnen Sie die Jalousien bei Sonnenaufgang und maximieren Sie natürliches Licht. Es wirkt sich positiv auf die Gehirnchemie aus.“ Vollspektrumlampen oder SAD-Leuchtkästen helfen in lichtarmen Monaten Mensch und Tier.

Raus an die frische Luft

Spaziergänge erden, bewegen und bieten Sonne sowie Sozialkontakte. „Selbst der deprimierteste Hund reagiert eifrig auf ‚Willst du im Schnee spielen?‘“, sagt Becker.

Drinnen aktivieren

Für Katzen: Futterpuzzles statt Schüssel, Spielzeug variieren. Für Hunde: Leckerlis in Behälter – pure Herausforderung. Tägliches Interagieren ist entscheidend; bei Abwesenheit: Fensterblick als „Natur-Fernsehen“.

Ernährung, Ergänzungen und Vitamin D?

Vitamin-D-Supplements für Sie? Nicht überstürzt für Haustiere, warnt Cailin Heinze, DVM von der Tufts University: „Behandeln Sie keine Krankheit, die wir nicht kennen!“ Hohe Dosen sind giftig und können Nierenschäden verursachen. Gute Tiernahrung deckt den Bedarf.

Probiotika? Becker empfiehlt hochwertige Produkte für bessere Darmgesundheit, Stimmung und Verhalten. Omega-3-Fettsäuren fördern die Kognition.

SAD bei Haustieren ist nicht bewiesen. Symptome wie Energiemangel können andere Ursachen haben – inklusive Ihrer Stimmung. Bewegung, Licht, Bindung und passende Ernährung helfen ganzjährig.

Bei anhaltenden Symptomen: Tierarzt aufsuchen, um Erkrankungen auszuschließen.