Von Samantha Drake
Laut einer neuen Studie können gängige Alltagsgeräusche – wie das Knistern von Alufolie, das Klirren eines Metalllöffels auf Keramik, das Rascheln von Papier oder Plastiktüten oder das Hämmern eines Nagels – erhebliche Auswirkungen auf Katzen haben. Experten warnen: Bestimmte hohe Töne lösen bei älteren Tieren lärminduzierte Anfälle aus, eine Reaktion, die häufiger vorkommt als gedacht.
Bisher wurde dieser Zustand selten dokumentiert, weshalb viele Katzenbesitzer epileptische Anfälle als altersbedingte Schwäche abtun, erklärt Dr. Mark Lowrie von Davies Veterinary Specialists in Hertfordshire, England. Als Hauptautor der kürzlich in The Journal of Katzenmedizin und -chirurgie veröffentlichten Studie basiert seine Einschätzung auf umfassenden klinischen Beobachtungen.
„Die Prävalenz dieser Erkrankung ist derzeit unbekannt, aber sie tritt deutlich häufiger auf als vermutet“, betont Lowrie.
Ältere Katzen besonders betroffen
Die Medien sprechen vom „Tom-and-Jerry-Syndrom“, benannt nach dem cartoonhaften Kater Tom, der auf Jerry reagiert. Fachlich korrekt heißt die Störung „feline audiogene Reflexanfälle (FARS)“.
FARS trifft vor allem ältere Katzen, mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren in der Studie, so Lowrie. Jede Rasse kann betroffen sein, doch etwa ein Drittel der untersuchten Tiere waren Birmanen, insbesondere mit Blau- oder Siegelpunkt-Farben.
In der Analyse von 96 Katzen – ausgeglichen nach Geschlecht – zeigten selbst leise Laute wie quietschende Schuhe oder klappernde Schlüssel Anfallsauslöser. Katzen hören Ultraschallfrequenzen, die uns entgehen. Viele Haushaltsgeräusche enthalten diese hohen Töne: „Sie wirken für uns harmlos, für sensible Katzen jedoch alarmierend“, erläutert Lowrie. Bemerkenswert: Etwa die Hälfte der Katzen war hörgeschädigt oder taub.
FARS effektiv managen
Viele Trigger lassen sich im Haushalt nicht vollständig vermeiden. Ohne Heilung bietet das Antiepileptikum Levetiracetam jedoch zuverlässige Linderung, wie Lowrie aus seiner Praxis bestätigt.
Die Forschung startete nach Hinweisen der Charity International Cat Care: „Ein echtes Problem für viele Katzenhalter“, fasst Lowrie zusammen.